Irgendwann vor einer gefuehlten Ewigkeit waren wir mal in Wellington, da muss man halt hin, um irgendwie mit der Faehre auf die Suedinsel uebersetzen zu koennen. Unser Hostel dort hatte einen ganz besonderen Scharm, ein wenig abgestanden halt, aber wir pennten ja eh auf dem Parkplatz. Egal, es gab sogar mal einen Nachmittag mit Sonnenschein und den haben wir doch glatt fuer einen Spaziergang durch die Stadt genutzt.

Danach wollte ich unbedingt ne Runde mit der Cablecar fahren, schliesslich kennt man die ja so oder so aehnlich aus San Francisco. Nun ist die Strecke in Wellington aber wirklich nur ein Katzensprung und man hat lediglich die Qual der Wahl zwischen hoch- oder runterfahren zum oder vom Botanischen Garten. Also, ich waere ja lieber ne Runde hochgefahren, aber das war mir dann doch nicht vergoennt. Irgendein technisches Problem, das wohl nur alle Jubeljahre mal auftritt - so aeusserte sich zumindestens ein vielleicht 17jaehriger Fahrer ganz ueberzeugend - zwang uns die Bahn wieder zu verlassen und den Weg nach oben zu Fuss anzutreten. Okay, oben gabs dann zum Glueck ein paar Baenke und einen super Blick ueber die Stadt!

Und immerhin durften wir mit dem roten Wunderwerk der Technik wenigstens runter fahren!

Nachdem wir den letzten Abend auf der Nordinsel mal wieder in grosser Runde mit Conni und Alex verbracht haben, stand am naechsten Morgen puenktliches Loskommen auf dem Plan. Naja und weil das so gut klappte warteten wir dann halt noch ne kleine halbe Ewigkeit auf unsere Faehre. Immerhin war das Meer dann ueberraschend ruhig, Kotztabletten waeren also eine voellige Fehlinvestition gewesen. Und es schien sogar mal die Sonne, so dass man sich die wunderschoenen Sounds auch mal von Deck aus ansehen konnte.


In Picton - nun also auf der Suedinsel - schuettete es dann wieder wie irre. Wir haben uns also schnell auf den Weg Richtung Sonnenparadies Nelson gemacht. Auf unserem Weg durch die Berge legten Dani und Rene - sie sind meist die ersten in der Kolonne - ne mittelschwere Vollbremsung ein, denn ploetzlich gab es diesen genialen Regenbogen! Was fuer ein Willkommensgruss!

Das motiviert und so ging es durch wunderschoene Landschaft immerhin bis nach Havelock. Wir hatten in dieser matschigen Einoede fast das komplette Camp fuer uns - bestens!
Am naechsten Morgen in Nelson hat sich unsere kleine Gruppe mal fuer ein Stuendchen getrennt, schliesslich ist bald Weihnachten und da hat jeder so seine kleinen Geheimnisse, ne?! Naja, nun ist Nelson aber alles andere als eine Millionenmetropole und so liefen wir uns alle frueher als erwartet wieder in die regennassen Arme - egal, dann eben ab uns naechste Cafe!
Spaetestens bei dem Versuch uns eine der angeblich freizugaenglichen Hoehlen am Abel Tasman National Park anzusehen, sind wir dann so richtig im Unwetter versackt. Einmal raus aus den Autos, hin zum Infoschild um festzustellen, dass diese Hoehle dann doch nur mit Guide zu besichtigen ist (pah, das waere doch gelacht) und zurueck in die Autos und wir waren wirklich komplett nass! So haben wir uns dann noch einige Kilometer bis nach Ohara geschleppt, nur um dann in einem Camp zu landen, dass sich zwar Top10 schimpfte aber noch nicht mal ein Zimmer zum Aufwaermen hatte. So haben wir uns dann wohl oder uebel in der Kueche mit Wein und Extrem-Uno (ich sag mal nur - Strafkartendusche) ne Runde selbst bedauert.
Und wenn eh alles nass ist - von oben der Dauerregen, von unten der Matsch - dann kann man auch wieder auf Abenteuerjagd gehen. So sind wir nach vielem im Kreisfahren und Suchen bei der Rawhiti Cave gelandet. Vom Parkplatz aus ging es erstmal ueber ein Flussbett, das laut Reisefuehrer eigentlich IMMER trocken ist. Denkste! Wir mussten uns durch einen reissenden Fluss kaempfen...

Dann ging es Ewigkeiten durch Motter, ueber Steine und glitschige Baeume bis nach oben zu einem Hoehleneingang, der die ganze Anstrengung dann mit einem Schlag wett machte: Ein riesiger Schlund aus dem ohne Ende Stalagtiten haengen.

Nur mal Gucken war nicht drin, und so ging es dann noch ne Runde steil bergab in tropfende Tiefen. Das hatte schon was!

So nass und dreckig wie war nach der Aktion waren, mussten wir einfach eine Bleibe finden, die eine Waschmaschine, heisse Duschen und Raum zum Wohlfuehlen bieten konnte. Was in Auckland die "City Garden Lodge" ist, ist in Takaka wohl das "Kiwiana", ein Hostel in dem man sich einfach ganz besonders willkommen fuehlen muss!
Am naechsten Morgen ging es dann ueber Collingwood hoch bis zum Cape Farewell - der noerdlichste Punkt auf der Suedinsel. Dort war es einfach umwerfend - wir konnten uns kaum auf den Beinen halten, weil ein unglaublicher Sturm jeden Schritt zum Balanceakt machte.


Danach sind wir fuer Stunden am Wharariki Beach verschwunden. Die einen haben sich kaum von der Stelle bewegt, weil sie Robben entdeckt hatten, die fuer die Kamera regelrecht ne Show abzogen. Und eine von uns bekam von all dem nix mit - der Wind machte jeden Kommunikationsversuch zunichte - und zog alleine in die weite Welt der Duenen, Steinformationen und loechrigen Felsen.

So hab ich mich dann auch mehr aus Versehen als geplant ganz alleine in einen Hoehleneingang am Strand gewagt, dort sass dann im Schatten ein ziemlich beieindruckender Seehund. Okay! Der war aber nur so lange entspannt bis ich meinen Fotoapparat startklar hatte, denn mit dem ersten Klick schenkte er mir einen lauten Brueller und ich suchte das Weite.
Glaubt mir, von da an bin ich wirklich immer nur ganz vorsichtig um die grossen Steine herum gegangen - man weiss ja nie. Die anderen hab ich erst eine ganze Ewigkeit spaeter wieder gefunden. Man meint ja immer Neuseeland sei ein kleines Land, das mag schon sein, aber ein Strand kann schon irre gross sein, ich will gar nicht wissen, wievielen Leuten ich aus der Ferne vergeblich gewunken habe!
Als wir wieder komplett waren, haben wir uns bei einem Kaeffchen am Farewell Spit all die Abenteuer erzaehlt, alle gleichzeitig und einer lauter als der andere! Herrlich!
Nach einem kurzen Stopp in Takaka - wegen Internet, Bilderbrennen und all diesen zeitraubenden Dingen - sind wir ueber krasse Wege und dichten Wald in den Abel Tasman National Park gefahren. Unser DOC-Camp dort war zwar verdammt spartanisch, aber super schoen gelegen und immerhin hatten wir innerhalb weniger Minuten ein Feuer am Start. Max hat dann mal wieder ne Runde gezaubert und so wurden sogar noch satt!
Leider hatten wir unsere Schlafrechnung ohne den Ranger des Parks gemacht und so weckte der uns mit einem penetranten "Morning" um 08:30 Uhr. Na super, da liegt man im Nirgendwo und dann wird man so zur Kasse gebeten... Egal, die Sonne stand schon ne Weile am Himmel und wir wollten eh mal gucken, ob die blauen Pinguine auch puenktlich zur Jagd gehen. Keine Ahnung, vielleicht waren die schon unterwegs, wir standen jedenfalls umsonst am Strand.
Nachdem Fruehstueck haben wir uns dann auf den Coastal Track begeben. Der Weg war einfach nur schoen: Sumpfgebiet und dichter Wald, kleine Buchten, grosse Buchten - und ganz viele Tiere! Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus!




In einer der Buchten sprang grad eine Gruppe Delpfine herum.

In einer anderen Bucht lag dann ploetzlich eine dicke Wurscht regungslos im Sand. Herdis dachte, sie muesse vielleicht helfen und ging ganz dicht ran. Dann hat sich die Wurst aber bewegt - weil Robben wohl ganz gerne einfach mal so rumliegen und nur ungern gestoert werden - und einen Sprung nach vorn gemacht.



Und am Separation Point hatten wir dann das ganz grosse Los gezogen. Da gab es dann ohne Ende coole Robben: spielend im Wasser, faul rumliegend oder hinter Steinen versteckt. Wir haben alles um uns herum vergessen - bis auf den fiesen Gestank der Viecher - und uns einfach nur gefreut.

Diesmal wollte Rene wieder das Bild des Tages schiessen und er hat wirklich einiges dafuer riskiert. Ohne Worte!

Irgendwann haben wir dann den Rueckweg in Angriff genommen, die einen versuchten es ueber Stock und Stein, die anderen nahmen den direkten Weg durchs Maerchenland. Genialer Tag!
Nach unserer zweiten Nacht im Gruenen mussten wir wohl oder uebel wieder zurueck in die Zivilisation, und diese Etappe war vielleicht die haerteste der ganzen Reise: der Abschied stand an!
Nach einer kurzen Visite in der Cliffton Cove

... haben wir den letzten Grosseinkauf fuer das Festmahl am Abend gestartet und sind wieder auf den Parkplatz vor dem "Kiwiana" gezogen. Grosses Hallo auf allen Seiten, bestens!
Unser Essen war wirklich Backpacker-untypisch, fast n bissel dekadent, aber irgendwie angemessen! Und wenn man genau hinguckt, sieht man auch, dass das mal wieder einer dieser perfekten Momente war!
Der Abend wurde dann noch verdammt schoen und ziemlich lang. Wahrscheinlich wollte keiner von uns pennen gehen. Nach der x-ten Runde Jenga
und dem y-ten Versuch, den fallenden Turm zu knipsen, haben wir dann doch noch unsere Zaehnerubbelaktion gestartet - na dann eine zauberhafte Nacht!
Die Nacht war kurz, das Aufstehen hart, das Fruehstueck aber um so schoener: diesmal im Sonnenschein im Garten und statt Obst gabs mal richtig was zum Beissen.
Danach haben Dani und ich mal unsere Vans ausgemistet, d.h. wir haben uns gezwungen, all die Sachen zu verteilen, die wir die letzten 8 Wochen gemeinsam genutzt haben - ein harter Job. Bloede, wenn sich Wege trennen!
Irgendwann war dann aber auch die allerletzte Abschiedszigarette geraucht. Max hat immer gesagt, wir muessten mal ein Bild machen mit den Autos und uns, also haben wir das noch schnell gezaubert, hier von links nach rechts: Knoepfsche, Jochen, Erdmaennchen, Herdis, ich, Max, Rene und Dani.

Wat ne Truppe, wat ne geile Zeit!!
Herdis und ich sind dann bedroebbelt weiter gezogen, auf nach Christchurch!
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