3. Februar 2007

045 - Catlins Coast - Queenstown - Moeraki - Christchurch

Am Montag sind wir dann endlich aus Dunedin los gekommen. Dani hatte eine fieberfreie Nacht und wir haben einfach aufgepasst, dass sie mal einen Gang runter schaltet. Also durfte ich den Fred fahren. Nach ein paar letzten Einkaeufen (endlich wieder Pak'N'Save und Warehouse!) ging es die Ostkueste runter bis zur Catlins Coast. Und wie das wohl ist, wenn Sonnenkinder reisen udn die Herdis mit dabei ist (sorry!) dann scheint die Sonne nur so lange wie wir in den Autos sitzen. Als wir also endlich am Nugget Point waren, schuettete es wie irre. Wir haben uns trotzdem auf den kurzen Weg zum Leuchtturm gemacht. Von dort oben aus hatten wir einen genialen Blick auf das Meer und die aufgeschichteten Felsen.



Im Gegensatz zu den Pancake Rocks an der Westkueste w
aren die Felsen hier nicht horizontal geschichtet sondern mal eben vertikal. Und dazwischen luemmelten jede Menge Seehunde rum.
Vom naechsten Parkplatz aus ging es dann runter zur Cannibal Bay. Dort konnte man hinter einem Verschlag die Gelbaugen-Pinguine beobachten. Und wir hatten wirklich Glueck: trotz des ekelhaften Wetters schlappten die kleinen Freunde aus dem Meer ans Ufer - immer im laessigen Wiegeschritt! Zwischendurch legten sie lange Denkpausen ein, bis es dann wieder ein kleines Stueck den Hang hinauf ging. Einfach herrlich zu beobachten. Und immer wir hoerten wir das Quiecken der Kiddies im Dickicht.




Danach sind wir die Kueste entlang gefahren, bis wir dem Jan einen schoenen Wasserfall praesentieren konnte. Zum McLean Fall fuehrte ein kleiner Pfad durch den Regenwald. Es war schon klasse, dem Jan dabei zuzusehen, wie er jeden einzelnen Ast, jede Wurzel und jeden Strauch im Dickicht mit grossen Augen bewunderte.




Mittlerweile es schon echt spaet am Abend und so hatten wir ziemliches Glueck noch 2 freie Betten fuer Jan und mich in einem winzigen Hostel im Nirgendwo zu ergattern, der Rest von uns pennt ja eh immer in den Autos. Die anderen Gaeste dort staunten nicht schlecht ueber das Mahl, das wir uns nach so einem langen und mal wieder super schoenen Tag goennten. Jan beglueckte uns mit jeder Menge Odenwaldgeschichten udn dann fielen wir alle leicht benommen in die Betten.

Ich hab dann am Dienstag ausnahmsweise sogar mal so lange gepennt, dass das Fruehstueck schon auf dem Tisch stand als ich mich endlich mal ans Tageslicht quaelte. Danach ging es erstmal zum versteinerten Wald in der Curio Bay. Okay, den hatte ich mir vielleicht etwas anders vorgestellt - eben im Sinne der Assoziation: Wald = Baeume = senkrechte Dinger - aber wenn man weiss, dass die Staemme die dort ziwschen den Steinen am Strand liegen aus der Jurazeit und rund 180 Millionen Jahre alt sind, dann beeindruckt das aus so!


In der Porpoise Bay direkt daneben sprangen dann muntere Hektor-Delfine (die kleinsten der Welt) durch die Wellen. Schade, dass es doch zu kalt war, um sich mal eben dazu zu gesellen.




Nach einer kleinen Brotzeit ging es dann weiter zum naechsten Highlight. Wir waren ja schon am noerdlichsten Punkt der Nordinsel (Cape Reinga) - im Uebrigen bedauere ich es bis heute, damals nicht auf den Renne gehoert zu haben und auch bis zum Eastcape gefahren zu sein - und am noerdlichsten Punkt der Suedinsel (Farewell Spit) und so mussten wir natuerlichen auch zum suedlichsten Punkt der Suedinsel.



Am Slope Point war es erwartungsgemaess mal wieder irre stuermisch. Egal! Ein Gruppenbild muss in solchen entscheidenden Momenten einfach sein.

Ein Stueckel weiter am naechsten Leuchturm lagen dann wieder dicke Wuerschte im Sand und sonnten sich: die mittlweile gut bekannten Seehunde. Wirklich der helle Wahnsinn, dass man an die Viecher so nah ran kommt, dass man sie eigentlich auch ne Runde am Bauch kraulen koennte!



Danach ging es ueber Stunden weiter bis nach Queenstown. Die Fahrt selbst war eigentlich ziemlich langweilig: plattes Land - aber wenigstens viele Greifvoegel fuer die man alle paar Kilometer einen Stopp einlegen musste - nur die Strecke am Lake Wakatipu vorbei war wirklich schoen.



In Queenstown selbst goennten wir uns mal einen schnellen Abendsnack und einen Kaffee und dann machten wir uns auf den Weg zum nahen D.O.C. Camp. Mel und Birgitt, zwei Maedels die mit Renne und Dani zusammen auf einer Orchard gearbeitet haben, warteten schon auf uns. Also haben wir schnell im letzten Tageslicht die zwei Zelte aufgebaut und dann ne Runde beisammen gesessen und gelabert - und dann mal wieder in ganz grosser Runde Zaehne gerubbelt.


Max und Jan zeigten wir dann den See im Sternenlicht und dann wollten sie mir unbedingt ihr Keuling-Spiel vorfuehren. Die Jungs haben sich in einsamen Stunden in der Wildnis Keulen gebaut mit denen sie Steine in die Weite keulen. Hey, ich hab sie schwer beeindruckt, weil sie wohl nicht damit rechneten, dass ich auch nur einen Stein treffen wuerde. Aber denkste! Okay, an meiner Technik muss ich noch arbeiten, aber fuer die Lichtverhaeltnisse und die spaete Stunde waren meine ersten Versuche echt in Ordnung.


Die Nacht selbst war dann dank Maxens Zelt und Danis dicken Schlafsack ganz okay. Nur das Oppossum, das sich in der Naehe rumtrieb machte ein bissel Stimmung, es klang wie eine Horde Menschen die sich durch den Wald arbeitete.

Am naechsten Morgen schuettete es dann ohne Ende, wirklich unglaublich. Ein jeder lag in seinen Autos oder in den Zelten und grummelte vor sich hin. Aetzend! Irgendwann mussten wir dort aber raus, in die Buesche - und Hunger hatten wir auch!


Also haben wir auf die Schnelle das Weite gesucht. Mittlerweile waren wir alle komplett nass - nur eben nicht frisch geduscht. Im Starbucks in Queenstown gab es neben dem spaeten Morgenkaffee aber wenigstens auch eine Katzenwaesche.

Was kann man bei so einem Mistwetter tun? Ein Hostel mit Kamin waere toll gewesen, aber wir hatten in dieser Touristenhochburg keine Chance einen Platz fuer 7 Leute zu bekommen. Also haben wir uns in die Autos gesetzt, die Heizungen angeschmissen und uns auf den Weg an die Ostkueste gemacht - reines Kilometerschrubben. Und das Wetter wurde tatsaechlich besser.

Unser Camp in Moeraki war dann superschoen. Jan und ich haben die Zelte mit einem Foen getrocknet. Und diesmal waren wir auch ein klein wenig cleverer und haben eine riesige Plane zwischen zwei Baeume und Jochen gespannt, so dass uns das Wetter nicht wieder komplett einweichen konnte. Aber die Nacht war dann sogar trocken und so waren wir noch eine halbe Ewigkeit am Strand und haben uns gefreut, hier in Neuseeland zu sein!

Am Donnerstag haben wir dann mal ausgeschlafen, naja das ist ja eigentlich relativ, denn die Abende sind immer verdammt lang und der Morgen danach ueberrascht uns auch immer wieder aufs Neue. Nach dem Fruehstueck mussten Jan und ich unsere Sonnenblumen auf den Fred malen, mitterweile haben sich auf dem Van schon 8 Leute verewigt - und Dani ist davon ueberzeugt, dass das den Wiederverkaufswert enorm steigert. Obwohl wir anderen ja der Meinung sind, dass sie sich lieber ueberlegen sollte, den Fred nach Deutschland verschiffen zu lassen. Vor allem, weil Herdis nun auch noch ein Erdmaennchen gemalt hat!



Nach einer Runde Frisbee - weil der Jan eben einfach nicht fertig wurde mit seinem Kunstwerk - sind wir am Nachmittag endlich nach Oamaru gefahren. Dort haben wir uns von einem Typen ganz nah an zwei Gelbaugen-Pinguin-Kinder mit ihrem Mutter ranfuehren lassen.



Die standen da einfach und haben geguckt. Wir haben regelrecht geglotzt! Die blieben total entspannt, weil sie die Stimme von unserem Guide kannten und so konnten wir ohne Ende knipsen.

Und weil wir auch noch ein paar blaue Zwergpinguine sehen wollte, sind wir nochmal zum Leuchturm von Moeraki gefahren. Aber dort standen nur wieder die Gelbaugen rum, quatschten am Strand und warteten auf das Fuetter, dass die Muttertiere aus dem Meer mitbringen sollten.


Es war aber trotzdem total schoen. Die blauen Pinguine liessen auf sich warten und es wurde immer dunkler und kaelter also sind wir dann doch lieber zurueck ins Camp und die warme Kueche gefahren.

Am Freitag ging es dann die Ostkueste wieder hoch bis nach Christchurch. Aber vorher haben wir uns noch die Gnubbelsteine kurz vor Moeraki angesehen.





 In Christchurch im "Jailshouse" - das war bis vor kurzem noch ein echtes Gefaengnis - wartete schon Mirko, ein guter Freund von Jan und Max auf uns - noch einer mehr aus dem Odenwald. Also gab es einen schoenen Willkommensabend mit leckerem Essen und dem "Schwedenspiel"...


Und ganz spaet in der Nacht haben wir den Mirko dann noch in unser Zaehnerubbelritual eingeweiht - wenn Sonnenblumenfraktion dann richtig, ne?!



Heute haengen wir alle eine wenig durch, aber es steht ja auch nicht viel auf dem Programm: Internet, Stadtbummel und dann ein toller Abeschiedsabend fuer Herdis. Die muss morgen naemlich in den Flieger steigen - so schnell ging ihr Jahr am anderen Ende der Welt zu Ende.

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