27. Februar 2007

053 - Back in Berlin


Der letzte Tag in Christchurch war mal wieder so ein typischer Stadttag – zurück in der Zivilisation heißt eben immer auch: ab ins Internet. Nachdem wir mehr oder weniger freundlich vom Camp geschmissen wurden, kamen wir über fünf Ecken (oder um genau zu sein Herdis) wieder ins Loft der Uni und dort haben wir geschlagene 6 Stunden mit dem Brennen von Bildern und einem kurzen Check der Mails verbracht. Oberätzend! Schwuppdiwupp war´s mal wieder Abend, für mich der letzte in diesem tollen Land und mit diesen lieben Menschen – da kann man schon mal ein wenig wehmütig werden.




Während Dani und ich noch schnell das gute German Rye beim Pak´N`Save besorgten, legten die Jungs schon mal mit dem kreativen Chaos in der Küche los. Bestens! Unter Maxens Anleitung gab es wieder den Abschiedsauflauf, genauso lecker wie damals Ende November im „Kiwiana“ in Takaka, diesmal eben im „Jailhouse“ in Christchurch. Und auch dieses Mal wollte der Abend nicht enden, hier n Glas Wein, dort n Schnack, eine letzte Gute-Nacht-Zigarette aus der Lucke vom Fred und dann blieben uns genau noch 4 Stunden Schlaf...


Am Sonntag hab ich dann schnell meine sieben Sachen gepackt, man braucht ja nicht viel, aber so ein Rucksack ist immer knackevoll. Nach dem Frühstück – wieder in aller Dekadenz – düsten Dani und ich noch schnell zu einem Fotoladen. Dort haben wir in Windeseile die gemeinsame Zeit optisch Revue passieren lassen (immerhin waren es nun insgesamt 14 Wochen auf der Piste in Neuseeland, 24 Stunden gute Laune mit endlos schönen Momenten, da kommen so einige Bilder zusammen) und die schönsten Bilder für den Himmel im Fred bestellt. Damit sie demnächst mit einem noch breiteren Grinsen aufwacht...

Tja, und dann gab es nur noch einen schnellen letzten Kaffee und schon stand die letzte Fahrt an. Zum Flughafen. Keine Ahnung, wie oft wir das mit den Abschieden nun schon hinter uns haben, wir haben uns jedenfalls noch immer nicht dran gewöhnt. Zwischendurch klingelten Mel und Birgit beim Renne durch, der meinte dann nur, die würden schon wieder arbeiten, irgendwo bei Queenstown. Was soll ich sagen – ich wurde mal wieder verarscht. Denn kaum hatte ich das Flughafengebäude mit meiner Meute betreten, pirschten sich die Beiden von hinten an. Sie haben nach nur einer Stunde Schlaf die komplette Strecke Queenstown-Christchurch abgerockt, nur um noch mal schnell „Tschüß“ zu sagen. Wie cool ist das denn?! Die Überraschung war perfekt.



Eine letzte Kippe im Grünen (in der prallen Sonne, der Sommer hat Neuseeland wohl endgültig erreicht) und dann die Verabschiedung. Renne stimmte zögernd die ersten Zeilen von Heino an, aber da war ja keiner von uns textsicher. Und Lichthupe ging auch nicht, also mussten wir wohl oder übel mit fetten Umarmungen Abschied nehmen. Ich hasse es! Aber zum Glück kann man ja ganz viel mitnehmen: Erinnerungen und das Versprechen, sich irgendwie, irgendwann und irgendwo wieder zu sehen!

Die Flüge Christchurch-Sydney-Dubai-Frankfurt waren eigentlich ganz okay. Ich hab sogar mal 11 Stunden am Stück gepennt, Premiere in 5 Wochen Urlaub! Und dann hatte ich sogar noch Zeit für 2 Filmchen. Blöderweise stand ich dann aber in Frankfurt ewig am Gepäckband, so dass ich den ICE mal eben um 3 Minuten verpasste. Egal, so hab ich mir noch schnell was Dunkles vom Bäcker geholt (German Rye ist in Neuseeland eben auch nur etwas dunkleres Wabbelbrot, da kann man schon mal was vermissen) und einen Kaffee gezogen. Herrlich, mit einem Schlag holte mich die Freundlichkeit Deutschland wieder ein! Willkommen zuhause, willkommen im Leben!

Gegen 19:30 Uhr – also nach mehr als 38 Stunden quer über die Welt – stolperte ich aus dem Zug. Welch ein Hallo! Mensch, ich war doch nur 5 Wochen im Urlaub, aber mich erwartete ein regelrechtes Empfangskomitee: meine Ellis, meine Oma, Herdis und Judith, Nani und Bernd. Wenn das nix ist. Wir sind dann noch schön was Essen gegangen und als ich dann irgendwann mal in meine Bude kam, staunte ich nicht schlecht. Herdis muss wie ein Wirbelwind alle Spuren des Chaos beseitigt haben, vielleicht war sie in ihren ersten Wochen in Berlin aber auch einfach nie at home.



Logisch, wir haben noch ziemlich lange gequatscht und gegen Mitternacht sogar noch im „Jailhouse“ angerufen – Dani, Renne, Max, Jan und Mirco wollten sich gerade über ihr Müsli hermachen! Na dann, Guten Appetit und bis ganz bald!

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