14. September 2006

019 - Daintree & Cape Tribulation

Und mein Wecker klingelte tatsaechlich um 05:30 Uhr! Und so sass ich dann mit nicht mehr als meinem kleinen Uebernachtungsbeutelchen (mehr war angeblich nicht erlaubt) um 07:00 im Bus Richtung Daintree. Okay, der Guide bot diesmal eher Unterhaltung fuers aeltere Semester: er erlaeuterte in wirklich allen ungefragten Einzelheiten die Besonderheiten des Zuckerrohranbaus - und das ueber mehr als eine Stunde lang! Naja, ich verfiel zwischendurch immer wieder den Reizen des Sekundenschlafes. Und als wir dann endlich im Daintree waren, musste alles ganz hopphopp gehen. Also blieben uns ca. 30 Minuten am Moosman Gorge. Hey, da haette man locker 3 Stunden verbringen koennen, so schoen wars (mal abgesehen von den 100 anderen Leute, die unter dem gleichen zeitlichen Diktat standen), und schliesslich gilt das Gebiet ausnahmsweise mal aus absolut krokodilfrei:



Danach ging es in schnellem Tempo weiter zu einem Morgenkaeffchen mit Keksen, da hatten wir ploetzlich wieder viel zu viel Zeit. Also hab ich mich mal ne Runde mit zwei Frauen aus England unterhalten. Sie waren sehr geduldig, mit mir, meinem Englisch und der fruehen Stunde...



Irgendwann gings dann los mit unserer Daintree River Cruise. Immer auf der Suche nach kleinen und grossen "salties" - wir haben sie gefunden:




Ebenso die Wasserschlangen (irre schnell) und Pythons (sehr traege und leider nicht in voller Laenge auf ein Bild zu bannen).



Und am Ende der Fahrt ueber den tropischen Fluss fischte unser Guide einen zauberhaften gruenen Frosch unter eine der Sitzbank hervor. Der kleine Kerl liess sich bereitwillig knipsen und spaeter irgendwo im Technikgewirr des Bootes verstauen:



Danach ging es weiter zum Cape Tribulation - Kap der Sorge - James Cook lief unweit von hier mit seinem Schiff "Endevour" auf ein Riff. Und die Stelle hier ist auch deswegen ganz besonders, weil zwei World Heritage Highlights auf einander treffen: der tropische Regenwald und das Great Barrier Reef!



Kurz vorm Zugang zum Coconut-Beach wurde dieser Typ hier vorstellig - wirklich ganz herzallerliebst, oder?!



Danach schmiss der Busfahrer mich und zwei andere beim Crocodylus-YHA raus. Naja, dass es mitten im Regenwald sein sollte, wusste ich ja, aber ich ahnte nicht, dass MITTEN so WOERTLICH zu verstehen war. Also, es gab schon Huetten mit Waenden und so, aber die waren nicht sonderlich dicht nach Aussen. Den Betreibern ging es wohl ganz eindeutig um das akustische und moeglicherweise auch visuelle oder gar taktile Abenteuer.



Ich bin dann mit Brigitta und Robert, zwei Hollaendern - It was a pleasure meeting you - die mit mir im Nirgendwo abgestiegen sind, losgezogen: Einfach mal nen Trampelpfad im Daintree entlang. Zu dritt war der schon machbar, alleine haette ich den aber nicht gehen wollen.



Danach gabs lecker Aussie-Essen und so langsam stellte sich Entspannung ein. Trotzdem kam ich fuer einen Moment ins Schwitzen als mir auf dem Weg zum Klo im Dunkeln eine Bande von in aller Ruhe fressenden Beutelraten den Weg versperrte. Okay, mittlerweile weiss ich, dass Beutelratten zwar ziemliche Aehnlichkeit mit Ratten haben, aber im Grunde eher mit den Kaenguruhs verwandt sein sollen, aber das war mir beim ersten Anblick auch wirklich egal...




Irgendwann hab ich mich wohl auch an die Viecher gewoehnt. Und die wirklich ueberwaeltigende naechtliche Geraeuschkulisse konnte ich dank Stoepseln im Ohr auch verdraengen und ein wenig Schlaf finden.



Am naechsten Morgen ging es dann mit den beiden Hollaendern auf in Richtung Meer. Also mal wieder in aller Ausfuehrlichkeit die wenig befahrene Strasse entlang. Dann am Strand ueber Steine und umgefallene Baeume hin zur versteckten Robinson Cruiso Bay.




Die war auch wirklich ganz zauberhaft, aber da man ja ueberall von Verbotsschildern (man beachte bitte das ACHTUNG fuer die doofen Deutschen) verfolgt wird, haben wir uns einen Sprung ins Wasser dann doch lieber verkniffen.



Zurueck gings dann wieder ueber Stock & Stein, und letzlich kamen wir so k.o. und spaet im Camp an, dass wir die geplante Fahrradtour lieber um einen Tag verschoben haben.

Nachts ging es dann ja auch nochmal in den Busch. Mit einem wirklich gutem Guide. Und weil in unserer Gruppe auch zwei kleine Maedchen aus Melbourne waren, die die ganze Angelegenheit ganz ruhig und interessiert angegangen sind, habe ich meine Aengste auch im Zaum halten koennen. Ich hab mir einfach gedacht, dass der Guide schon aufpassen wird, dass mir keine Schlange zu nah kommt, und wenn dann muesse ER sich was einfallen lassen. Naja, letzlich haben wir in den drei dunklen Stunden auch nur Spinnen und anderes kleines Getier gefunden, was mir wirklich ganz lieb war!



Kurz vor dem Camp erwartete uns dann noch ein putziges getreiftes Opossum im Baum:



Am dritten Tag im Daintree haben wir uns Bikes ausgeliehen. Dann schliesslich gab es irgendwo im Nirgendwo auch eine Eisdiele - zu der mussten wir einfach, weil die ihre im Eis verarbeiteten Fruechte alle selber anbauen. Der Weg war anstrengend aber das Eis war die Reise wert. Manch eine Frucht, die wir im riesigen Garten sehen konnten, hatten wir noch nie gesehen.

Und weil in Australien ja Helmpflicht fuer Fahrradfahrer gilt - sicher sinnvoll, aber eben optisch undiskutabel - gibt es hier nur ein Bildchen von unseren Raedern *grins*



Danach giungs weiter zum dritten Fruehstueck mit Cappuccino und Muffin und dann Retour und ab in den Bus nach Cairns. Der machte dann noch einen ziemlich ueberfluessigen Stopp im Daintree Discovery Center - es gab rein nix zu entdecken, was wir nicht schon laengst gesehen haetten: die Flora des Regenwaldes. Die Fauna dagegen hatte wohl Besseres zu tun, als sich gestressten Touristen zu praesentieren.

In Cairns konnte ich dann wieder in mein altes Zimmer - Grosses Hallo! So manch einen trifft man eben immer wieder! Sehr schoen! Und noch ne gute Nachricht von Herdis: keine Woche in Sydney und schon n coolen Job! Gratulation!

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