Nun sind schon wieder 12 Tage ins Land gezogen - mittlerweile bin ich wieder in Auckland angekommen - und weil ich nun endlich auch mal ein Internetcafe gefunden habe, werde ich versuchen, all die Highlights zwischen Sonnenschein und Pisswetter zum Besten zu geben...

Nachdem wir einen kompletten Tag im Nest Whakatane an der Ostkueste mit mehr oder weniger unwichtigen Dingen vertroedelt haben, ging es am 07.10. fuer eine Stippvisite an den Strand von Ohope. Dort haben wir wie die kleinen Kinder mit Begeisterung in den Muscheln gewuehlt - schliesslich verlangten die Sonnenblumen auf dem Van (Oscar) von Daniela und Rene nach Begleitung.




Danach haben wir ne Runde Minigolf gespielt. Keine Ahnung, ob ich da was verdraengt und vergessen hab, aber fuers erste Mal und den boeigen Wind hab ich mich gar nicht sooo bloed angestellt.
Schliesslich stand dann das Warehouse auf dem Plan. Eigentlich suchten wir Waermflaschen (die Naechte im Van koennen eben doch verdammt kalt sein), aber die gabs nicht (ist ja angeblich auch schon Fruehling hier) und so griff ich mir einfach mal ne kuschlige Decke. Das alles ging noch recht fix, aber die Suche nach einem passendem Bezug zog sich hin: wir haben letztlich 3 Frauen beschaeftigt, die mehr oder weniger geduldig versucht haben, uns die sinnfreien Unterschiede zwischen King-und Queensize und allen moeglichen Kombinationen dazwischen, gerne auch mal als Single oder Double zu erklaeren. ??? Die komplette Verwirrung haette man auch mal locker mit Zentimeterangaben (oder hier wohl besser in Fuss) auf den Verpackungen beschleunigen koennen, aber das waere zu einfach gewesen und deswegen gabs die schlicht und ergreifend nicht. Wie auch immer, nach ner Ewigkeit hatte ich mein Zeug dann zusammen und seitdem penn ich auch wirklich gut!
Am 08.10. ging es dann von Whakatane nach Tauranga. Diesmal stand wieder ein bissel Kultur auf dem Programm. Nun hat Neuseeland ja nicht die uebermaessig lange Geschichte und so wird dann eben auch einfach mal das aelteste Haus der Doppelinsel zum Kulturhighlight erhoben. Und wie solls auch anders sein, es handelte sich um ein Missionarshaus, gerade mal 130 Jahre alt. Die Frau, die uns durch die Gemaeuer fuehrte schien super nervoes zu sein, nur weil wir aus Deutschland sind und es da so viele Burgen und Schloesser gibt...

Wie auch immer, wir haben dann auch noch - mal wieder eher zufaellig, weil ich ja immer denke, dass so kleine Staedtchen im Sauseschritt zu durchwandern sind und wir uns dann doch jedes Mal verlaufen - den zum Elmshouse passenden alten Friedhof gefunden.
Der 09.10. stand dann wieder unter dem Zeichen der stinkenden Wanderbotten. Der Mount Maunganui war zu erklimmen. Eigentlich kein grosser Berg - mehr so ein Huegel - und der Rundweg um den Vulkanberg war auch wirklich traumhaft, aber dann gings doch an den Aufstieg. Und ich gebe zu, ich war froh, als das Drama endlich vorbei war und wir die Aussicht geniessen konnten.


Von dort aus gings dann zum naechsten Camp in Omokoroa. Die Zwei, die eigentlich den ganzen Wandertripp ueber voellig entspannt wirkten, schmissen sich prompt in die Betten um wieder Energie zu tanken und so konnte ich (endlich) mal wieder ein paar Seiten lesen. Man kommt ja sonst zu nischt! Am Abend bin ich dann halb an mir verzweifelt - nachdem mir Rene in aller (ungefragten) Ausfuehrlichkeit die Theorie des Billiardspielens aufgedrueckt hatte, ging bei mir praktisch gar nichts mehr. Mittlerweile hab ich das Tief ueberwunden, vielleicht auch, weil ich ihm irgendwann dank einer Tischtennisplatte beweisen konnte, dass ich die Winkelgesetze durchaus noch parat hab.
Am 10.10. schuettete es dann mal wieder ohne Ende. Trotzdem sind wir zu den Mc Laren Falls gefahren. Ich dachte, das waere ne gute Idee, schliesslich hatte ich gerade erst in einer Tageszeitung etwas ueber diesen Wasserfall gelesen. Was die lieben Redakteure bei ihrem gut gemeinten Reisetipp leider unterschlagen haben, ist die Tatsache, dass das gute Ding nur 26 mal im Jahr wirklich Wasser hinab befoerdert - naemlich nur dann, wenn das entsprechende Staubecken geleert wird. Okay, so ein spezieller Tag war uns dann nicht vergoennt.

Dafuer haben wir am 11.10. auf dem Weg von Omokoroa nach Whangamate 3 echte Treffer gelandet. Zuerst haben wir ins in Wahi das alte Goldminengelaende angesehen. Unglaublich, wie tief so ein Krater sein kann - wenn uns bisher schon kein echter Vulkankrater vergoennt war, dann eben nun so eine Minengrube.

Danach sind wir mit einem alten Minenzug von Waihi nach Waikino gezuckelt. Da gabs dann zwar bis auf ein kleines Cafe nicht wirklich viel zu sehen, also gings dann auch direkt wieder zurueck.



Der Karangahoke Gorge bot uns dann die Gelegenheit fuer einen Walk der besonderen Art. In der Touristeninfo hatten man uns noch den Tipp mit auf den Weg gegeben, unbedingt an die Taschenlampen zu denken. Erst waren wir ein bissel enttaeuscht, weil wir den 500 Meter langen Tunnel auf der Strecke auch ohne kuenstliche Lichtquelle relativ angstfrei ueberstehen konnten. Hier natuerlich nur ein Bild vom Licht am anderen Ende, mittendrin haette uns der Blitz ja den ganzen Spass versaut...

Aber spaetestens als wir auf dem Window-Walk in stockfinsetre alte Minentunnel kriechen konnten, waren wir dankbar fuer jede Funzel. Und zur Sicherheit haben wir uns auch noch Eselbruecken ueberlegt um wieder zurueck zu finden, was dann aber doch kein Problem war, weil eben alle Tunnel Sackgassen waren...



In Deutschland haette man so einen Tripp sicher nur in voller Sicherheitsausruestung und in gefuehrten Gruppen machen koennen, hier waren wir aber ganz alleine unterwegs - genial! Wir sahen danach zwar aus wie echte Kellerkinder, aber das Ganze konnten wir locker unter Adventurespass verbuchen!

Am 12.10. ging es dann von Whangamata aus nach Whitianga. Dort wollten wir uns eigentlich erstmal nur nach einem Tiki-Schnitzkurs erkundigen, aber keine Stunde spaeter sassen wir schon mit Recycling-Knochen (d.h. fuer unsere Kunstwerke musste kein Tier sterben, nur so zur Info) und Saege bestueckt mitten in einer kleinen Kuenstlerwerkstatt.



Aus dem Tiki wurde dann letzlich nichts, daran sitzt man wohl deutlich laenger als einen Tag, aber ich finde, unsere Werke koennen sich trotzdem sehen lassen. Nach 6 Stunden und zig Saege-, Feil- und Schleifschritten taten uns aber auch wirklich alle (eigenen) Knochen weh!

Unser Lehrmeister hat uns den ganzen Tag ueber mit guter neuseelaendischer Musik beschallt, uns neben handwerklichen Tipps auch mit Muss-man-sehen-Hinweisen fuer den Rest der Nordinsel versorgt und schliesslich gab er uns noch einen Sack frischer Orangen aus dem eigenen Garten mit auf den Weg! Was will man mehr?!
Am naechsten Tag haben wir uns mit einer Minifaehre auf die andere Seite von Whitianga uebersetzen lassen. Dort wollten wir uns eigentlich die Cathedral Cove ansehen, aber da wir eben noch nicht in der Hochsaison unterwegs sind, fuhr halt kein Bus. So gings dann eben zu Fuss weiter. Erst am Strand entlang, dann auf den Shakespeare Cliff rauf - an der Stelle soll Captain Cook Neuseeland entdeckt haben.

Und schliesslich wieder runter in die kleine Bucht Lonely Beach.

Die war wirklich einsam - und einsame Spitze! Statt Sand gabs Muscheln in Huelle und Fuelle. Und dank der Kraft des Wassers waren die butterweich geschliffen.

Und dann war da noch die Sonne! Und zur Abwechslung mal keinen Wind! Herrlich!



Am 14.10. sind wir dann die Road 309 von Whitianga in Richtung Coromandel gefahren. Das war mal wieder eine windige Schotterpiste. Super zu fahren, wenn einem nichts und niemand engegen kommt! Zwischendurch gabs auch wieder ne Menge zu sehen. Erst die Waiau Falls - klein aber fein und mit natuerlich-fliessendem Wasser drin.

Und die Waiau Trees. Das sind uralte, riesigen Baueme - und die kann man eben auch mal ne Runde beklettern!



Ganz viel Spass hatten wir dann im verzauberten Garten der Waiau Waterworks. Hier gabs an jeder Ecke was zu entdecken.


Und meistens wurde man dabei nass!


Oder wenigstens ordentlich durchgeschuettelt!


Am schoensten waren aber vielleicht die Sliding-Bahnen.



Letztlich sind wir dann noch die Kueste entlang bis nach Thames gefahren. Bis auf die schon erwaehnte Tischtennisplatte im Camp gab es da dann aber nicht mehr viel zu entdecken.

Am 15.10. wollten wir von Thames aus eigentlich nur in Richtung Auckland fahren. Leider gabs hier aber bis auf flaches Land und Kuehe nicht viel Neues. Noch nicht mal ein Camp. Und so landeten wir einen Tag frueher als erwartet wieder in der ziemlich stressigen Stadt. Aber auch wenns hier schuettet, moechte man langsam an den Fruehling glauben. Auf jeden Fall gibts jede Menge knuffige Tiere.

Morgen kommt Herdis, und nachdem sie in Sydney eher mit tropischen Temperaturen zu kaempfen hatte, kann sie sich hier schoen warm anziehen, wenn es dann weiter geht zum noedlichsten Zipfel der Nordinsel.
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