Pelikan-trifft-Kiwi

"Ich bin dann mal weg" bringt es so schön auf den Punkt - aber ich komm wieder! Ich werde mich nur einfach mal in den Flieger setzen, am anderen Ende der Welt aussteigen und dann gucken, was die nächsten vier Monate so bringen werden. Oder wie heißt es so schön: "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!" Vielleicht - wenn, dann könnt ihr es hier lesen! Und der Regenbogen wird mich begleiten ...

Mittwoch, März 07, 2007

*** KOPFKINO *** NEUSEELAND II ***







































Dienstag, Februar 27, 2007

Back in Berlin


Der letzte Tag in Christchurch war mal wieder so ein typischer Stadttag – zurück in der Zivilisation heißt eben immer auch: ab ins Internet. Nachdem wir mehr oder weniger freundlich vom Camp geschmissen wurden, kamen wir über fünf Ecken (oder um genau zu sein Herdis) wieder ins Loft der Uni und dort haben wir geschlagene 6 Stunden mit dem Brennen von Bildern und einem kurzen Check der Mails verbracht. Oberätzend! Schwuppdiwupp war´s mal wieder Abend, für mich der letzte in diesem tollen Land und mit diesen lieben Menschen – da kann man schon mal ein wenig wehmütig werden.

Während Dani und ich noch schnell das gute German Rye beim Pak´N`Save besorgten, legten die Jungs schon mal mit dem kreativen Chaos in der Küche los. Bestens! Unter Maxens Anleitung gab es wieder den Abschiedsauflauf, genauso lecker wie damals Ende November im „Kiwiana“ in Takaka, diesmal eben im „Jailhouse“ in Christchurch. Und auch dieses Mal wollte der Abend nicht enden, hier n Glas Wein, dort n Schnack, eine letzte Gute-Nacht-Zigarette aus der Lucke vom Fred und dann blieben uns genau noch 4 Stunden Schlaf...


Am Sonntag hab ich dann schnell meine sieben Sachen gepackt, man braucht ja nicht viel, aber so ein Rucksack ist immer knackevoll. Nach dem Frühstück – wieder in aller Dekadenz – düsten Dani und ich noch schnell zu einem Fotoladen. Dort haben wir in Windeseile die gemeinsame Zeit optisch Revue passieren lassen (immerhin waren es nun insgesamt 14 Wochen auf der Piste in Neuseeland, 24 Stunden gute Laune mit endlos schönen Momenten, da kommen so einige Bilder zusammen) und die schönsten Bilder für den Himmel im Fred bestellt. Damit sie demnächst mit einem noch breiteren Grinsen aufwacht...

Tja, und dann gab es nur noch einen schnellen letzten Kaffee und schon stand die letzte Fahrt an. Zum Flughafen. Keine Ahnung, wie oft wir das mit den Abschieden nun schon hinter uns haben, wir haben uns jedenfalls noch immer nicht dran gewöhnt. Zwischendurch klingelten Mel und Birgit beim Renne durch, der meinte dann nur, die würden schon wieder arbeiten, irgendwo bei Queenstown. Was soll ich sagen – ich wurde mal wieder verarscht. Denn kaum hatte ich das Flughafengebäude mit meiner Meute betreten, pirschten sich die Beiden von hinten an. Sie haben nach nur einer Stunde Schlaf die komplette Strecke Queenstown-Christchurch abgerockt, nur um noch mal schnell „Tschüß“ zu sagen. Wie cool ist das denn?! Die Überraschung war perfekt.




Eine letzte Kippe im Grünen (in der prallen Sonne, der Sommer hat Neuseeland wohl endgültig erreicht) und dann die Verabschiedung. Renne stimmte zögernd die ersten Zeilen von Heino an, aber da war ja keiner von uns textsicher. Und Lichthupe ging auch nicht, also mussten wir wohl oder übel mit fetten Umarmungen Abschied nehmen. Ich hasse es! Aber zum Glück kann man ja ganz viel mitnehmen: Erinnerungen und das Versprechen, sich irgendwie, irgendwann und irgendwo wieder zu sehen!

Die Flüge Christchurch-Sydney-Dubai-Frankfurt waren eigentlich ganz okay. Ich hab sogar mal 11 Stunden am Stück gepennt, Premiere in 5 Wochen Urlaub! Und dann hatte ich sogar noch Zeit für 2 Filmchen. Blöderweise stand ich dann aber in Frankfurt ewig am Gepäckband, so dass ich den ICE mal eben um 3 Minuten verpasste. Egal, so hab ich mir noch schnell was Dunkles vom Bäcker geholt (German Rye ist in Neuseeland eben auch nur etwas dunkleres Wabbelbrot, da kann man schon mal was vermissen) und einen Kaffee gezogen. Herrlich, mit einem Schlag holte mich die Freundlichkeit Deutschland wieder ein! Willkommen zuhause, willkommen im Leben!

Gegen 19:30 Uhr – also nach mehr als 38 Stunden quer über die Welt – stolperte ich aus dem Zug. Welch ein Hallo! Mensch, ich war doch nur 5 Wochen im Urlaub, aber mich erwartete ein regelrechtes Empfangskomitee: meine Ellis, meine Oma, Herdis und Judith, Nani und Bernd. Wenn das nix ist. Wir sind dann noch schön was Essen gegangen und als ich dann irgendwann mal in meine Bude kam, staunte ich nicht schlecht. Herdis muss wie ein Wirbelwind alle Spuren des Chaos beseitigt haben, vielleicht war sie in ihren ersten Wochen in Berlin aber auch einfach nie at home.

Logisch, wir haben noch ziemlich lange gequatscht und gegen Mitternacht sogar noch im „Jailhouse“ angerufen – Dani, Renne, Max, Jan und Mirco wollten sich gerade über ihr Müsli hermachen! Na dann, Guten Appetit und bis ganz bald!

Samstag, Februar 24, 2007

Erdmaennchens Fahrt von Invercargill nach Christchurch

Gestern hatten wir ne ziemliche Strecke zurueckzulegen: 580 Kilometer von Invercargil nach Christchurch, das sind gefuehlte 1000 Kilometer! Laut Stassenatlas kann man die Strecke wohl in guten 8 Stunden schaffen - um es vorweg zu nehmen: wir waren 12 Stunden unterwegs. Nicht immer rollend, aber immer lachend!
Eigentlich fing alles gut an, wir hatten wilde Fahrerwechsel organisiert, damits auch nicht langweilig wird. Also fuhr ich den ersten Teil mit dem Erdmaennchen. Der Gute ist das erste Sonnenblumenauto - das verdient Respekt - aber er machts nicht ganz so schnelle. Gestern entwickelte er dann allerdings ein echtes Eigenleben. Bergab heulend, beegauf schnaufend! Da zog nix mehr. Und weils ein Automatik ist, konnte man da auch nicht mehr viel spielen. Irgendwann hatte ich die Shcnauze n bissel voll, und wollte den Renne weiterfahren lassen, aber kaum hatten wir die Plaetze gewechselt, sagte Erdmaennchen zur Sicherheit mal gar nichts. Er sprang einfach nicht an - und eins stand fest: an der Batterie lags nicht!
Renne blieb erstaunlich ruhig, klingelte den AA an, und der kam dann auch kurze Zeit spaeter, schlug mit irgendwas gegen den Unterbau und dann surrte der Wagen wieder.
Weiter gings - allerdings nicht so richtig! Egal, wie man ins Pedal trat, da ging kaum was ueber 80. Als ob die Gaenge ploetzlich verschwunden waeren!
Kurz vor Timaru war dann alles vorbei. Erdmaennchen schaffte es garede noch auf einen Parkplatz und dann ging wirklich nichts mehr. Also klingelte Renne wieder den AA an. Und der Typ, der dann kam, hatte seinen Spass! Er meinte, er haette noch nie Leute getroffen, die bei ner Panne so viel Spass hatten: ich sag nur Fussball, Kippe, Frisbee!
Letztlich hat der gute Mann dann mal eine der ungeahnten Koerperfluessigkeiten vom Erdmaennchen gecheckt und TROCKEN ist wohl gar kein Ausdruck fuer das, was er da feststellen musste. Da war nicht mal mehr ein Hauch von Autmatik-Liquid zu erahnen. Erdmaennchen muss ziemlich gelitten haben. Renne lachte und hoffte - schliesslich hatte er von der Existenz eines solchen Tanks bis dahin noch nichts gehoert!
Ueber Umwege gab es dann 3 Liter Fluessiges fuer den Wagen, und dann machten wir uns mit kurzen Nachfuellstopps weiter auf nach Christchurch! Und wir sind angekommen, zwar verdammt spaet, aber immerhin!


Heute Abend steht nun der Abschied an, Max wird was Gutes kochen und wir werden die Flaschen kreisen lassen. Morgen gegen 18:00 Uhr gehen dann 5 ganz besonders tolle Wochen zu Ende *help*! Aber ein Wiedersehen ist gewiss!!

Kiwi-Videos





Stewart Island


Was fuer eine Woche! Nach einer schlaflosen Nacht, die wir mit Einkaufen, Waschen, Packen, Organisieren und all dem noetigen Kram in Invercargill zugebracht haben, erreichten wir Samstag gegen 11:00 Uhr doch tatsaechlich noch unsere Faehre nach Stewart Island. Wie lange hatten wir von diesem Tripp gesprochen, getraeumt und nun endlich ging es los. Die Ueberfahrt dauerte zum Glueck nur ne Stunde, mehr haette ich wohl auch nicht aushalten wollen. Im Mini-Nest Oban auf Stewart Island haben wir uns im DOC-Office erstmal die Huettenbetten fuer die kommenden 5 Naechte gesichert und uns mal eben nach der Trinkwassersituation auf der Insel erkundigt - die Dame meinte, sie wuerde aus jedem Bach trinken, und ansonsten gaebe es ueberall Regenwassertonnen... Mit diesen Infos goennten wir uns noch einen letzten Kaffee, und wie es der Zufall so will, in genau dem Cafe, das der Julius - einer derjenigen von damals im September in Auckland mit denen die geniale Zeit hier begann - mit aufgebaut hat. Klein ist die Welt, aber das stell ich hier ja nicht zum ersten Mal fest.

Nach dieser Staerkung sind wir dann ganz optimistisch losgestiefelt. Unser Fernziel war die Mason Bay am anderen Ende der Insel. Hier sollte man ehesten auf die verdammt selten gewordenen Kiwis treffen koennen, und genau das hatten wir vor. Unser Nahziel fuer den ersten Tag war aber erstmal nur der North Arm Hut. Von dem trennten uns schlappe 12 Kilometer.

Mit jeweils 15 Kilogramm im Rucksack - denn auch wenn man sich noch so sehr zusammenreissen kann, bei Essen fuer 6 Leute und 6 Tage kommt eben doch einiges zusammen - ging es eigentlich ganz beschaulich quer durch den Busch. Meistens auf kleinen Stegen balancierend. Nach 4 Stunden bergab, bergauf waren wir endlich da. Super happy und auch ein bissel stolz. Das eigentlich wohlverdiente Frischmachen fiel ein wenig kuerzer aus als erhofft, aber immerhin gab es wirklich das versprochene Regenwasser fuer die Trinkflaschen. Wir haben uns noch ein paar ruhige Minuten an der nahe gelegenen Bucht gegoennt und dann hat uns der Jan unter wirklich abenteuerlichen Bedingungen ein Mahl aus Nudeln und Tuetensuppe gezaubert. Herrlich, wenn man sich erstmal an den Gedanken gewoehnt hat, dass das noch 5 weitere Tage so gehen wuerde.

Gepennt haben wir in der kleinen Huette, hatten mal wieder was von Massenschlafsaal mit akustischen Einlagen und die Luft war vielleicht auch n bissel verbraucht.


Am Sonntag ging es dann weiter. Diese Etappe klang eigentlich ganz laecherlich. 11 Kilometer sollten doch wohl locker zu schaffen sein, wenn man schon um 10:00 Uhr auf der Piste ist. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwartete, vielleicht war das auch ganz gut so. Denn ziemlich schnell wurde aus den Stegen durch den Busch - die verzugsweise bergauf fuehrten - kleine Trampelpfade, die immer matschiger wurden. Zusaetzlich schuettete es von oben. Eigentlich waren wir ganz schnell ganz schoen nass.

Trotzdem haben wir am Anfang noch versucht, um die Motterloecher herumzuturnen, aber das haetten wir uns komplett sparen koennen! Denn irgendwann ging es eigentlich nur noch auf allen Vieren vorwaerts, und spaetestens da sahen wir aus wie Sau. Was der Regen nicht schaffte, schwitzten wir in unsere Klamotten. Das ganze Drama zog sich ueber 8.5 Stunden, und glaubt mir, irgendwann stirbt jedes Gespraech. Max hat sein bestes versucht und uns mit Spruechen wie "Nur noch 40 Hoehenmeter, dann gehts bestimmt auf ner Ebene weiter" bei Laune zu halten, aber die waren oftmals so aus der Luft gegriffen, dass die ihre Wirkung leicht verfehlten.

Was waren wir froh und stolz, als wir endlich die Huette am Freshwater Landing erreichten.

Der Name des Huts laesst ja einiges vermuten, aber da wurden wir enttaeuscht. Nix mit Dusche oder so, nein Erfrischung an der Regentonne hinterm Haus war angesagt, aber egal! Immerhin gab es einen Ofen und der wurde ordentlich eingeheizt, damit unsere stinkenden Klamotten bis zum naechsten Morgen trocknen konnten.

Wir haben gepennt wie die Murmeltiere!

Am Montag waren wir uns dann alle einig, dass wir unseren Plan ein wenig umwerfen wuerden. Die letzte Etappe bis zur MAson Bay wollten wir natuerlich noch laufen - schlimmer konnte es ja auch nihct mehr werden - aber wir wollten nicht wieder zurueck nach Oban quaelen. Also haben wir noch zo lange mit dem Aufbruch gewandert, bis die Fluit und damit das Wassertaxi kam. Das haben wir dann fuer den Donnerstag schon mal vorbestellt. Im Uebrigen ersparen sich die meisten Stewart Island Besucher die Hammeretappe durch den Matsch und lassen sich entweder gleich bis zu den Kiwis einfliegen oder laufen nur das letzte Stueck. Und einer der Typen, die mit uns auf der Huette waren meinte, so eine Strecke habe er auch noch nie im Leben meistern muessen. Diese Infos nur mal am Rande und zum besseren Verstaendnis.

Wie auch immer, die letzten 15,5 Kilometer waren dann ein regelrechter Spaziergang. Die Ruecksaecke waren kaum noch zu spueren und die Landschaft belohnte uns bei jedem Schritt mit atembarubenden Weitblicken.

Und das erste Kiwitreffen gab es auch schon. Jan und Mirco waren uns anderen ein wenig voraus und trafen am Wegesrand auf einen der seltenen - flugunfaehigen - Voegel. Das Vergnuegen dauerte nur wenige Sekunden, weil sich Mirco wohl vor Lachen nicht halten konnte. Aber egal, nun wussten wir immerhin, dass der Weg nicht umsonst war! Die Huette in der Mason Bay gab dann noch genau 6 Betten her, perfekt! Und es gab einen Ofen und mal wieder Nudeln! Den ersten Abend haben wir ganz entspannt verbracht.

Den naechsten Tag eigentlich auch. Die Sonne schien, wir mussten nicht laufen, also ging es am an den Strand.

Das Baden brachte nicht unbedingt den Reinigungseffekt, weil die Wellen einfach zu viel Sand an die Haut spuelten, aber das stoerte uns nur noch am Rande.

Gegen Abend machten Dani und ich uns dann auf den Weg: Kiwis suchen.
Wir warren noch keine 100 Meter vom Haus weg, da erblickte ich den ersten Kumepl im Dickicht. Ey, die Viecher sind ja ziemlich gross! Und sowas von entspannt, der hat sich nicht die Bohne um uns gekuemmert, sondern ganz ruhig weiter nach Wuermern gepickt. Super! "Pelikan trifft Kiwi", so heisst ja der Blog hier und es scheint, als waere meine Reise damit zu ihrem Ende gekommen: ich hab ihn getroffen, den anderen seltsamen Vogel! Genial!
Und der Kleine sollte nicht der einzige bleiben, wir haben an dem Abend noch 2 weitere beobachten koennen. Einen konnten wir gschlagene 20 Minuten begleiten, der muss ziemlich cole Mucke gehoert haben, denn der liess sich durch nichts in der Welt stoeren.
Und als wir anderen schon lange in den Betten lagen und unser Glueck nicht fassen konnten, kamen irgendwann auch Renne und Max reingestolpert und die setzten dem ganzen Kiwiglueck noch eins drauf. Sie waren am Strand und haben dort im Dunkeln einen Kiwi getroffen.
Und wie dicht sie ihm auf die Pelle ruecken konnten, zeigt dann wohl dieses Bild.

Super, nun hatten wir alle einen gesehen.
Den naechsten Tag haben wir dann wohl oder uebel in der Huette verbringen muessen, es schuettet mal wieder. Kein Wunder bei 250 Regentagen auf der Insel! Das Trinkwasserproblem war also auch keines mehr! Wir haben einfach mal richtig abgegammelt. Man glaubt ja gar nicht, wie oft man ueber Dinge sprechen kann, die man grad nicht hat - ganz oben auf der Hitliste stand das Essen. Unsere Rationen waren ja strikt durchgeplant, alles Suesse schon laengst verputzt und da kann die Zeit schon n bissel lang werden.
Am Abend sind wir nochmal zu den Kiwis gestiefelt. Und wir hatten wieder Glueck. Diesmal stritten sich zwei vor unseren Augen, zwei andere hatten sich ganz gern und einer wechselte extra mal die Strassenseite fuer uns damit wir seinen sonderbaren Gang begutachten konnten.

Zum Abschied von der Mason Bay sind wir nachts nochmal an den Strand gegangen, und auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen: da war er wieder, einer der perfekten Momente: ein Kiwi, ein gigantischer Sternenhimmel ueber uns, das rauschende Meer und dann eine Sternschnuppe! Was kann man mehr wollen?!

Am Donnerstag ging es dann wieder entspannt ueber die Ebene zurueck zur Freshwater Landing Hut. Nach einem kurzen Mahl, zubereitet auf dem Steg, kam dann gegen 16:30 Uhr endlich das Wassertaxi. Die Fahrt hatte es in sich, der Typ war so klein, dass er kaum ueber das Steuer gucken konnte, die Wellen waren dagegen ziemlich beeindruckend und unser Zeithorizont verdammt eng. Wir hatten in Oban noch viel vor: einen Kaffee trinken, den Supermarkt stuermen, Tabak kaufen und dann die Faehre zureuck aufs Festland besteigen! Hey und was soll ich sagen: wir haben es geschafft!

Wir waren auf Stewart Island! Und wir haben Kiwis gesehen!!

Trotzdem gab es ein Riesenhallo fuer die Autos - also Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kumpel in einem - auf die wir so lange verzichten mussten.


Freitag, Februar 16, 2007

Lake Pukaki

Puh, das waren mal gaaanz entspannte Tage am Lake Pukaki.

Max hatte uns schon so sehr von diesem traumhaften Platz vorgeschwaermt und dann wurde es wahr: tuerkisblauer Gletschersee vor dem Mount Cook.

Und wir waren in dieser Wildnis total alleine.

Und bis auf einen kleines Tagesausflug hin zum Mount Cook

stand neben Chillen, Kochen, Lesen, wieder Abhaengen, Baden oder Keuling,

Sonnenblumenmalen (oder in diesem Fall wohl eher Fingerpainting),

am Lagerfeuer sitzen und leckeren Lachs von der "hoechst gelegenen Lachsfarm der Welt" verspeisen,

dem schon bekannten Zaehnerubbeln (sorry, wir koennen da einfach nicht von lassen!)

nicht viel auf dem Programm - aber es war super!
Und der Renne ist seit gestern nun auch wieder mit dabei - quasi Sonnenblumenfraktion in Gruendungsfarmation plus Neumitglieder. Welch Freude, Freundchen! Und endlich konnte ich unseren "Wanderpokal" zurueckgeben...

Dafuer hiess es heute Abschiednehmen von Birgit und Mel, die Beiden versuchen ihr Glueck auf dem Festland.


Wir dagegen machen uns nun startklar fuer ein Leben aus dem Rucksack (und nicht im Auto), es geht fuer 6 Tage rueber nach Stewart Island, wir wollen zur Mason Bay wandern um dort hoffentlich ein paar drollige Kiwis zu sichten. Von eventuellen Erfolgen werdet ihr in einer Woche hier erfahren. Drueckt uns die Daumen!

Sonntag, Februar 11, 2007

Fox Glacier - Wanaka - Sandflies

Also man kann ja Plaene machen wie man will, aber wenn das Strassennetz auf dieser Insel und das Zeitkontingent dagegen sprechen, dann muss man eben auch mal alles ueber den Haufen schmeissen. Wir sind also nicht auf dem Weg zu den Milford Sounds.

Das waere einfach nur wildes Kilometerschrubben und die volle Hetze gewesen, nur um dann wahrscheinlich inmitten von Busladungen voller dickbaeuchiger Touris die Schoenheit der Natur suchen zu muessen. Nein Danke, nicht mit uns. Dann doch lieber in aller Ruhe durch die Waelder streifen und dort verweilen wo es schoen und einsam ist.

Nachdem "DayOff" trafen wir uns am Freitag alle wieder in Franz-Josef-Glacier Village. Und alle waren happy! Als es dann endlich wieder auf die Strecke gehen sollte, gab der Fred ploetzlich keinen Ton mehr von sich.

Wegen dem Mistwetter mussten Dani und ich - die anderen 5 hatten uebrigens prallen Sonnenschein - den ganzen Tag ueber mit Licht fahren und das blieb dann wohl auch ueber Stunden parkend an. Naja, und da war dann kein Funken mehr aus der Batterie zu holen. Wenn 3 Kerle vor einem stummen Wagen stehen, gibt es Ideen ohne Ende. Zuerst haben wir es also mit Anschieben probiert, und weil da alle mit anpacken mussten, gibt es davon keine Bilder. Aber ich sag nur soviel: vergebens.

Also gab dann der Sammy von Mel und Birgit den entscheidenden Funken und Dani drehte von da an mit Fred muntere Runden durch die Gegend.

Weit gekommen sind wir an dem Abend dann aber doch nicht mehr. Warum auch? Wir fanden einen coolen Platz zum Campen, direkt zwischen dem Franz-Josef- und dem Fox-Gletscher, direkt am Fluss.

Einzig stoerend waren die verdammten Sandflies. Diese Biester sind so klein, dass man sie kaum wahrnimmt, aber die beissen soooo mies, dass man noch Monate spaeter seine Wunden interessierten Mitmenschen zeigen kann. Und wir haben wirklich alle unser Leid zu klagen. Man kann sich gar nicht so sehr einschmieren - womit ueberhaupt, keines der Wundermittel hier am Markt scheint zu helfen - oder verkleiden, wie es angebracht waere.

Am naechsten Morgen haben wir uns trotzdem noch die Zeit und Geduld genommen, am mittlerweile ueber die Nacht ausgetrocknetem Flussbett zu fruehstuecken.

Dann sind wir noch ein kleines Stueck bis zum Fox-Galcier gefahren. Auch hier konnte man ziemlich nah an die Gletscherzunge rankommen.

Aber um ehrlich zu sein, den Franz-Josef-Glacier fand ich beieindruckender. Aber so ein Gruppenbild zu 7t ist eben auch nicht schlecht, und ausserdem hatten wir nun auch wieder Sonne statt Regen.



Nach dem kleinen Ausflug ins Kalte sind wir die Westkueste weiter Richtung Sueden gefahren, und ueberall wo es schoen war, haben wir einen Stop eingelegt. Unser naechsten Camp lag dann wunderschoen gelegen zwischen den Bergen, in der Naehe vom Lake Wanaka.

Es waere eine Schande gewesen, weiterzufahren, aber es war irgendwie auch ein Fehler dazubleiben. Denn an diesem idyllisch anmutendem Ort gab es Horror-Sandflies.

Keine Chance! Die Viecher waren in Massen da und stuerzten sich auf uns als haetten sie seit Tagen keine anderen Opfer gefunden. Wirklich Horror! Wer konnte und wollte hat sich deswegen vermummt:

Und nur um das Ausmass mal deutlich zu machen: das hier sind ca. 500 Exemplare der kleinen Mistviecher:

Das sind die Spuren, die die Biester hinterlassen - ca. 28 Stiche an nur einem Fuss, fair ist das nicht!

Und das sind die Spuren, die die Biester an den Scheiben vom Fred hinterlassen haben, nachdem wir mit chemischen Keulen arbeiten mussten - traurig!

Heute frueh, als Dani und ich und die anderen die Autos oeffneten, sprangen die Viecher wieder auf uns - unbeirrt des Sandflyfriedhofs im Auto - wir haben also einfach nur das Weite gesucht. Unglaublich, wie schnell man alles zusammenpacken kann, wenn man so unter Beschlag genommen wird.

Und so landeten wir heute in aller Fruehe in Wanaka. Der Ort selbst ist schon sehr schoen gelegen, aber es wimmelt auch hier ziemlich von Leuten. Egal, wir werden Stunden an Rechnern verbringen um all unsere Speicherkarten zu brennen und Platz fuer neue Bilder zu machen.

Denn - und das steht jetzt fest - morgen geht es fuer mehrere Tage zum Lake Pukaki. Bin ja mal gepannt, wie das so mitten im Nirgendwo werden wird. An Wasser mangelts dort wenigstens schon mal nicht. Und dort werden wir auch endlich den Renne treffen, er kommt dann das ganze Stueck von Blenheim aus zu uns, damit wir dann in kompletter Sonnenblumenbesetzung nach Stewart Isalnd uebersetzen koennen...

Freitag, Februar 09, 2007

Broken River - Kalksteinhoehle - Arthur's Pass - Punakaiki - Franz Josef Glacier

Christchurch haben wir am Montag natuerlich erst am fruehen Abend verlassen, wie immer eigentlich! Ab ging es Richtung Arthur's Pass. Hauptsache raus aus der Stadt. Kurz vorm Sonnenuntergang fanden wir dann unser Camp mitten im Gruen, direkt am Broken River. Hier hatte Max sein Weihnachten verbacht. Und auch wir anderen fuehlten uns sofort wohl. Zur Kroenung des "on-th-road-feelings" gabs Folienkartoffeln, Maiskolben und Wein am Lagerfeuer. Was kann schoener sein!

Am Dienstag stand dann endlich mal wieder eine Hoehlentour an. Diesmal ging es zur Kalksteinhoehle im Cave Stream Scenic Reserve. Wunderbar gelegen.
Und gleich am Eingang der Hoehle erwartete uns ein ziemliches Wasserloch. Also einfach rein mit den Boots, die Luft anhalten und drauf hoffen, dass es sich irgendwann nicht mehr so kalt anfuehlt. Ich war dann mal eben ganz schnell bis zur Guertellinie nass. Der Rest war dann fast ein Spaziergang!


In der Hoehle selbst waren leider noch jede Menge andere Leute unterwegs, das hat uns ein bissel was von der Einmaligkeit genommen, aber was will man machen. In Neuseeland ist der Sommer angekommen und das heisst, es ist Saison. Der Kalkstein bildete dem Trubel zum Trotz unheimlich schoene Formen aus, und ab und zu gab es sogar Kuhlen zum Entspannen!


Am Ende mussten wir noch einen ca. 3 Meter hohen Wasserfall erklimmen. Okay, ich will ehrlich sein, es gab zum Glueck ein paar Tritte...

Draussen bei Tageslicht waren wir alle happy und ziemlich nass - aber was soll's, die Sonne lachte vom Himmel und so ging es dann gleich weiter zum naechsten Bach!

Und irgendwann waren wir dann wieder in unserem kleines Paradies.
Und zur allgemeinen Freude hat sich einer der dreisten Bergpapageien in unserer Abwesenheit um unsere im Bach zur Kuehlung liegende Milch gekuemmert: einfach die Plastikflasche zerhackt und sich mit seiner langen Zunge bedient.
Der Mittwoch startet dann fast wie ein "Frauentag". Waehrend wir noch in den Betten hingen, versuchten sich die Jungs am Fruehstueck machen (nicht dass sie sonst nicht auch anpacken wuerden, aber sooo frueh wach sind sie selten).

Und als dann alles wieder in den Autos verstaut war, machten wir uns auf den Weg zum Arthur's Pass. Quer durch die Schluchten. Herrlich. Unsere kleine Wanderung auf halbem Wege endete dann ein wenig frueher als erwartet, keine Sorge es ist absolut nix passiert, wir hatten uns lediglich mal wieder im Timing verschaetzt. Egal, so sind wir dann eben weiter in Richtung Wetskueste gefahren, die Landschaft hatte ja auch so einiges zu bieten.

In Punakaiki kannte Max mal wieder einen Geheimtipp, er weihte uns in die traumhafte Anlage des Te Nikau Retreat ein. Dort stehen kleine Huetten mitten im schoensten Regenwald, die Geraueschkulisse ist irre, das Gruen satt. Aber wir hatten kaum Zeit uns umzusehen, Max schleppte uns weiter zum Strand. Und dort bot sich uns ein fantastisches Farbspektakel.

Auf der Meerseite ging gerade die Sonne unter. Fett!

Und auf der Landseit zeigte sich einer dicker Regenbogen! Fett! Wir wussten gar nicht genau, wo wir zuerst hingucken sollten, so schoen war es.
Letztlich haben wir uns auch erst wieder auf den Weg zurueck ins Hostel gemacht, als es anfing zu regnen. Wir Weiber haben uns dann glatt ne kleine Runde im Dickicht verlaufen und sind so mal eben den Truman Track gelaufen. Auch nicht schlecht. Raus kamen wir an der Strasse und dort konnten Dani und ich nochmal "Sternegucken".
Am Donnerstag haben wir dann alle beschlossen, mal einen Wunschtag einzulegen. Und so blieben die Jungs noch eine Nacht laenger in Punakaiki um sich den Wellen hinzugeben, Birgit und Mel machten Station in Hokitika um was aus Jade zu schnitzen und Dani und ich bretterten mit dem Fred bis nach Franz Josef Village um endlich mal eine kleine Bergwanderung in Angriff zu nehmen.

Die Sonne lachte vom Himmel. Und mit uns waren wohl auch massig andere auf die Idee gekommen und so hatten wir wirklich Schwierigkeiten einen Stellplatz fuer die Nacht zu bekommen. Einzig der Top10 Holiday Park im Ort gab uns Obdacht, aber fuer einen mehr als unverschaemten Preis. Egal, wir wussten ja wofuer!

Dani und ich hatten auch heute aber wieder Pech mit unserer Wanderung. Gegen 04:00 Uhr nachts bebte der Fred regelrecht, weil ein Regenguss runterging, der wirklich nicht mehr feierlich war.

Und bis zum Morgen wurde es nur unwesentlich besser. Wir sind trotzdem wandertechnisch frueh aufgestanden, um dann an der Info zu erfahren, dass der Robert Point Track, den wir eigentlich machen wollten, wegen Erdrutschen geschlossen wurde. Okay, so haben wir eben einen anderen Weg gewaehlt und sind trotz aller widrigen Umstaende bis zum Gletscher vorgedrungen, ueber Stock und Stein und Eis.


Jetzt warten wir auf die anderen, die ihren "DayOff" entweder am Strand oder Jade schnitzend verbracht haben, und dann machen wir uns auf den Weg zu den Milford Sounds. Hier auf der Suedinsel ist eben doch alles ein wenig weitlaeufiger...

Sonntag, Februar 04, 2007

Christchurch - Wieder ein Abschied

Dass die Zeit viel zu schnell vergeht, hab ich bestimmt schon oefter erwaehnt, aber gestern Abend mussten wir schon wieder einen Abschied zelebrieren: Herdis' Jahr am anderen Ende der Welt ist nun auch schon vorbei. Und so haben wir nach Stunden im Internet - ihr Unizugang war trotz Jahreswechsel und halbjaehriger Studiumsabstinenz zum Glueck immernoch aktiv und so haben wir wie die Irren Bilder von Kameras gezogen, Blogger aktualisiert oder eben die ein oder andere Mail losgeschicht - haben wir mal wieder extrem spaet mit dem Kochen begonnen. Diesmal sollte es zur Feier des Tages weder Nudeln noch Reis geben, sondern mal so richtige deutsche Hausmannskost - keine Ahnung, wer auf diese Idee gekommen ist. Auf jeden Fall landeten wir bei Kartoffeln mit Spinat und Ruehrei. Fuer manch einen von uns das erste Ruehrrei nach 9 Monaten... welch ein Fest!


Und Herdis bekam noch eine Ladung Erinnerungen mit auf den Weg!


Und irgendwann haben wir uns wieder in aller Ausfuehrlichkeit dem "Schwedenspiel" hingegeben. "Maexchen" in Auckland war schon heftig, aber das Stimmungspiel hier ist um einiges haerter, vor allem weil permanent neue (kreative) Regeln hinzukommen, die kaum noch einer peilt. Aber Spass hats gemacht. Und die Beschwerden wegen zu lauten Lachern - weil man einfach bloede aussieht, wenn man mit zugehaltener Nase trinken muss oder sich an den Kopf schlaegt und komische Laute ausruft - hielten sich diesmal irgendwie auch in Grenzen.




Am Ende gab es wieder ein Zaehnerubbeln vor dem Jailhouse - was sein muss, muss sein!


Heute Frueh haben wir uns alle verdammt tapfer aus den Betten gequaelt und ein tolles Fruehstueck gehabt - tja und dann mussten wir Herdis auch schon zum Flughafen bringen. Welch ein Abschied: mit 7 Freunden zum Checkin, nicht schlecht!

Den Rest des Tages haben wir mit nuetzlichen Dingen verbracht: die Jungs haben den Jochen komplett auf den Kopf gestellt, damit wie durch ein Wunder nun alle 3 mitfahren koennen - Respekt! - und ich bin in den Fred eingezogen. Morgen werden wir uns mit allem Noetigen fuer ein paar "wilde" Tage am Arthurs Pass ausruesten und uns dann bis an die Westkueste vorarbeiten.